Kurzfassung Jahresbericht 2025

HITeC ist das Forschungs- und Technologietransferzentrum des Fachbereichs Informatik der Universität Hamburg. Aufgrund seines unabhängigen Status bietet HITeC flexible und professionelle Kooperationsmöglichkeiten. HITeC-Lösungen basieren auf neuesten Forschungsergebnissen und verschaffen Vorteile durch innovative Technologien.

HITeC ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der von Mitgliedern des Fachbereichs Informatik der Universität Hamburg getragen wird. Der Verein ist über eine Vereinbarung mit der Universität Hamburg verbunden.

HITeC sieht seine Hauptaufgaben im Bereich Technologietransfer für den Fachbereich Informatik an der Universität Hamburg in der:

  • Durchführung anwendungsorientierter Forschungsvorhaben
  • Verbreitung anwendungsorientierter Forschungsergebnisse
  • Durchführung von Seminaren und Workshops
  • Vermittlung von Kontakten zwischen Firmen und Studierenden
  • Verbesserung der praxisorientierten Ausbildung in der Universität
  • Unterstützung bei Unternehmensgründungen aus der Universität
  • Ausbildung von Studierenden u.a. durch Mitarbeit in Kooperationsprojekten

Im Jahr 2025 unterstützten die Universität Hamburg, die Handelskammer Hamburg sowie drei Fördermitglieder – Unternehmen und Institutionen – HITeC.

Die Anzahl der aktiven persönlichen Mitglieder von HITeC liegt bei mehr als 50 Personen.

Das Projektvolumen von HITeC lag in 2025 bei ca. 3,47 Millionen Euro.

HITeC führt anwendungsorientierte Forschung im allgemeinen Bereich der Informatik und Forschung im Bereich Technologietransfer durch. Im Gegensatz zur Grundlagenforschung geht es bei der anwendungsorientierten Forschung um wissenschaftliche Informatik-Forschung, deren Ergebnisse sich direkt in der Praxis verwenden lassen. Dabei werden einerseits Ergebnisse von Grundlagenforschung in Kooperationsprojekte eingebracht; andererseits entstehen durch die Forschung an Anwendungen auch neue Fragen für die Grundlagenforschung, die diese entscheidend weiter inspirieren. Dies ist eine auch als Aktionsforschung (Action Research) bezeichnete Methode, bei der Wissenschaftler:innen sich in konkrete, reale Gegebenheiten der Praxis begeben, um Erkenntnisse für die weitere Grundlagenforschung zu erlangen. Dieser Weg zurück in die Grundlagenforschung (die im Wesentlichen an der Universität stattfindet) ist ein wesentlicher Bestandteil der anwendungsorientierten Forschung bei HITeC, um eben diese Grundlagenforschung neuartig zu bereichern, damit diese später wiederum bessere anwendungsrelevante Ergebnisse für die Praxis finden kann. Als weitere Methode wird bei HITeC Design Science angewandt, welche die Problemlösung in realen anwendungsnahen Settings durch die Entwicklung von Artefakten, wie z.B. Prototypen oder Konzepten, betrachtet.

Die anwendungsorientierte Forschung bei HITeC greift so Ergebnisse der Grundlagenforschung am Fachbereich Informatik auf und erforscht deren Anwendungsmöglichkeiten in speziellen Anwendungsprojekten, in der Regel mit Partnern.

Tätigkeiten, die HITeC insbesondere für die Universität Hamburg (UHH) und dem Fachbereich Informatik durchführt sind, neben der Durchführung von anwendungsorientierten Forschungsprojekten:

  • Unterstützung bei der Entwicklung des Technologietransfers an der UHH (z.B. der Transfer-Agentur) und auch in anderen Fachbereichen durch Teilnahme an internen Workshops und Besprechungen.
  • Teilnahme, Vernetzung und Vertretung des Technologietransfers im Bereich Informations- und Kommunikationswissenschaften bei Veranstaltungen von Akteuren aus der öffentlichen Verwaltung (z.B. Urban Data Hub) und Wirtschaft, u.a. Handelskammer, Handwerkskammer, Digital Logistic Hub sowie enge Zusammenarbeit mit anderen Vereinen (z.B. dem Artificial Intelligence Center e.V. (ARIC)) und Hochschulen (z.B. der Helmut-Schmidt-Universität, der Hafencity Universität (HCU), der Nordakademie, der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW)).
  • Bereitstellung von Rechenkapazität von HITeC (z.B. GPU-Server für KI-Anwendungen) für Studierende der Universität Hamburg für die Erstellung von Bachelor- und Masterarbeiten.

Einige ausgewählte Projekte und Aktivitäten in 2025:

  • Projekte im Bereich Chemieinformatik, welche die Wirkstoff- und Arzneimittelentwicklung in der Pharmaforschung untersuchen.
  • Mehrere Projekte im Bereich Anwendung von Methoden der Künstlichen Intelligenz:
    • Anwendung von großen Sprachmodellen mittels lokaler Ressourcen oder EU-Clouds u.a. für Office- und Vernetzungstätigkeiten.
    • Entwicklung eines autonomen Rollstuhls mit Rangier- und Navigationsassistenz auf Basis von Robotikforschung.
    • Bestimmung und Prüfung optimaler Standorte Vertiports (Drohnenstandorte)  ohne Wind- und Turbulenzsensoren.
  • Projekte im Bereich Plattformentwicklung:
    • Mitentwicklung einer Plattform für die Generierung von synthetischen Daten,
    • Entwurf einer Plattform für die urbane Produktion und lokalen Wertschöpfungsverbünden,
    • Koordination eines European Digital Innovation Hubs (EDIHs), für die gezielte Unterstützung von Klein- und Mittelständischen Unternehmen, Startups und die öffentliche Verwaltung,
    • Entwicklung einer Plattform für die Unterstützung von Gebäudemodernisierungen,
    • Mitentwicklung einer Plattform für die Unterstützung von Rettungskräften im Unwetterfall durch KI-Methoden.
  • Mehrere Projekte im Bereich eHumanities, welche die Verbreitung, Sammlung, Präsentation und langfristige Archivierung von kulturellen Objekten als Ziel haben, u.a.: Portal für philosophische und hebräische Terminologie, Matrikelportal.
  • Mehrere Projekte im Bereich digitale Transformation und Digital Literacy:
    • Langfristige Kooperationen, die wissenschaftliche Ergebnisse, insbesondere Daten und Erkenntnisse in den Bereichen KI-Nutzen in Organisationen sowie KI-Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr durch Zusammenarbeit mit mehreren Einzelpartnern erarbeiten.
    • Langfristige Kooperation im Bereich der Verwendung großer Sprachmodelle in der Verwaltung, bei der Lehre sowie in der Wirtschaft (bsp. bei Versicherungen).
  • Weiterhin kleinere Projekte:
    • mit Firmen und Forschungseinrichtungen aus der Hamburger Region, aus Deutschland sowie international,
    • mit Schulen, um Software-Entwicklungsmethoden frühzeitig zu vermitteln.
    • Start des Projekts LevelUp, welches durch praktische Arbeit Schüler:innen informatischen Inhalt näherbringt.
  • Mitwirkung in einem Arbeitskreis der Gründungsinitiativen aller Hamburger Hochschulen sowie Kooperation mit der Innovations Kontaktstelle Hamburg (IKS), dem Artificial Intelligence Center e.V.  (ARIC) und dem Hub for Computing and Data Science der Universität Hamburg (HCDS).

Veröffentlichungen von HITeC sind außerdem auf den Webseiten der Universität der jeweiligen Professoren und Projektmitarbeiter aufgelistet.